Abkommen und Mitgliedschaften
Die Schweiz ist ein neutraler Staat und weltweit vernetzt: Mit der Europäischen Union EU ist sie verbunden durch bilaterale Abkommen. Bei den Vereinten Nationen UNO und anderen internationalen Organisationen ist sie Mitglied. In Genf treffen sich Expertinnen und Politiker aus dem In- und Ausland zur internationalen Zusammenarbeit.
Europa

Abkommen mit der Europäischen Union EU
Abkommen mit der Europäischen Union EU
Die Schweiz ist nicht
Mitglied der EU, hat aber enge Beziehungen zu ihr. Grundlage dafür sind über 100 Abkommen, darunter die bilateralen
Abkommen I und II:
Die Bilateralen I regeln vor allem
wirtschaftliche Fragen. Hauptziel ist ein erleichterter Marktzugang für
beide Seiten (Waren, Dienstleistungen, Arbeitskräfte). Im Jahr 2000 hat das
Schweizer Stimmvolk die Bilateralen I mit 67% angenommen. Sie bestehen aus 7 Abkommen.
Wird eines dieser Abkommen von der Schweiz oder der EU gekündigt, treten die anderen 6 Abkommen
automatisch ausser Kraft («Guillotine-Klausel»).
Die Bilateralen II
regeln weitere wirtschaftliche Fragen, aber auch die Zusammenarbeit in den
Bereichen Asyl, Sicherheit, Umwelt und Kultur. Sie umfassen 9 Abkommen, u.a.
das Schengen-Dublin-Abkommen: Das Schweizer Stimmvolk hat es 2005 mit 55%
angenommen. Schengen ermöglicht u.a. die grenzüberschreitende Mobilität und
eine Zusammenarbeit von Justiz und Polizei. Dublin ermöglicht u.a. eine
Koordination der Asylverfahren.
27
Mitgliedstaaten
Sitz in Brüssel
Seit 1951 (damals EGKS, EWG)
Europäische Mitgliedschaften
Europäische Mitgliedschaften
EFTA
Die Europäische
Freihandelsassoziation fördert den freien Handel zwischen ihren Mitgliedern
Schweiz, Liechtenstein, Island und Norwegen. Zusammen mit den EU-Ländern bilden
die EFTA-Länder - ohne die Schweiz - den Europäischen
Wirtschaftsraum (EWR). Eine Mitgliedschaft
beim EWR hatte das Schweizer Stimmvolk 1992 abgelehnt.
4
Mitgliedstaaten
Sitz in
Genf
1960
gegründet, u.a. von der Schweiz
Europarat
Der Europarat widmet sich dem Schutz der
Menschenrechte, der Rechtsstaatlichkeit und der Demokratie. Sein wichtigstes
Abkommen ist die Europäische Menschenrechtskonvention. Menschenrechtsverletzungen
können beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg eingeklagt werden.
47 Mitgliedstaaten
Sitz in Strassburg
1949 gegründet, die Schweiz ist seit 1963 Mitglied
Welt

Weltweite Mitgliedschaften
Weltweite Mitgliedschaften
Vereinte
Nationen UNO
Der UNO gehören 193 Staaten der Welt an. Sie setzt sich ein für Frieden und internationale Sicherheit, für die weltweite Zusammenarbeit bei der Lösung internationaler Probleme und die Achtung der Menschenrechte. Die Grundsätze der UNO sind festgehalten in der Charta der Vereinten Nationen. Die Schweiz ist seit 2002 Mitglied der UNO: In einer Volksabstimmung wurde der Beitritt mit 55% angenommen.
193 Mitgliedstaaten
Hauptsitz in New York, europäische Sitze in Genf und Wien
1945 gegründet, die Schweiz ist seit 2002 Mitglied
OSZE
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa ist mit ihren Teilnehmerstaaten in Nordamerika, Europa und Asien die weltweit grösste regionale Sicherheitsorganisation. Als politisches Dialogforum behandelt sie ein breites Spektrum von Sicherheitsfragen, zur Förderung des Friedens und zur Lösung von Konflikten. Sie vermittelt zwischen Konfliktparteien und unterstützt die Demokratisierung und Medienfreiheit.
57 Teilnehmerstaaten
Sitz in Wien
1975 gegründet, u.a. von der Schweiz
UNESCO
Die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung,
Wissenschaft und Kultur, auch
tätig im Bereich Kommunikation, ist ein Forum für internationale
Zusammenarbeit und die Entwicklung globaler Standards. Ihr Ziel ist es, die
Solidarität der Menschen untereinander zu fördern und damit zu Frieden,
Sicherheit und nachhaltiger Entwicklung beizutragen.
193 Mitgliedstaaten
Sitz in Paris
1945 gegründet, die Schweiz ist seit 1949 Mitglied
WTO
Die Welthandelsorganisation regelt und fördert die weltweiten Handelsbeziehungen. Ziel der WTO-Abkommen ist ein funktionierender, transparenter und diskriminierungsfreier Handel. Die WTO-Mitglieder verpflichten sich zur Einhaltung bestimmter Grundregeln bei der Ausgestaltung ihrer Handelsbeziehungen.
164
Mitgliedstaaten
Sitz in Genf
1995 gegründet, u.a. von der Schweiz
OECD
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung dient dem Austausch von Wissen in den verschiedensten Bereichen.
Ihr Ziel ist die Förderung von Wohlstand, Lebensqualität und Chancengleichheit. Die
OECD erarbeitet
internationale Standards und veröffentlicht regelmässig internationale
Statistiken und Studien, u.a. die PISA-Studien.
38 Mitgliedstaaten
Sitz in Paris
1961 gegründet, u.a. von der Schweiz
Partnerschaft
Partnerschaft
NATO Partnerschaft
für den Frieden
Die Schweiz ist nicht Mitglied der NATO, arbeitet aber
mit ihr zusammen im Rahmen der Partnerschaft für den Frieden und des
Euro-Atlantischen Partnerschaftsrats. Die NATO ist ein politisches und militärisches Verteidigungsbündnis
von 30 europäischen und
nordamerikanischen Staaten. Gemeinsam mit Partnerländern setzt sie sich ein für
Sicherheit und Frieden.
30
Mitgliedstaaten
Sitz in Brüssel
1949 gegründet
Internationales
Genf
42 internationale
Organisationen und Nichtregierungsorganisationen (NGO) haben ihren Sitz in
Genf. Ca. 32'000 internationale Funktionäre arbeiten dort.
Fast ständig finden internationale Konferenzen und Treffen statt.
Neutralität
Die Schweiz ist ein
neutraler Staat: Sie darf sich nicht an bewaffneten Konflikten beteiligen und
keine militärischen Bündnisse eingehen. Die Neutralität der
Schweiz ist weltweit anerkannt. Bei Konflikten wird die Schweiz deshalb immer
wieder als Vermittlerin oder Schutzmacht eingesetzt.